Bereitgestellt: 01.09.2026
Die Bienen und der Rhythmus des Lebens
Ich bin kein Tierfan. Aufgewachsen bin ich mit Pferden, vor denen ich in der Regel Angst hatte. Bis zu meinem 21. Lebensjahr haben mich mehr als 10 Hunde gebissen, einmal musste die Wunde genäht werden. Als meine Kinder klein waren, hatten wir eine Katze, die ihre Jungen nach der Geburt vernachlässigte, bis sie kalt und steif im Nest lagen.
Vor gut 10 Jahren bin ich auf Bienenhaltung aufmerksam geworden und seither halte ich einige Völker. Imkern ist ein teures und aufwändiges Hobby, insbesondere da ich die Völker nicht auf Honigproduktion optimiere. Aber ich kann mir ein Leben ohne nicht mehr vorstellen. Die Abläufe im Bienenvolk sind hochkomplex und bringen mich immer wieder zum Staunen. Angesichts der Tatsache, dass Bienen seit 120 Millionen Jahren auf der Erde leben, komme ich mir klein und unwichtig vor. Der liebste Monat beim Imkern ist mir der September.
Die Natur bereitet sich leise und weise auf den Winter vor – und auch die Bienenvölker spüren diese Veränderungen längst. Während wir Menschen noch in der Wärme des Spätsommers verweilen, beginnen die Bienen bereits mit den Vorbereitungen auf die kalte Jahreszeit. Ihr fleissiges Treiben ist nicht nur ein Zeichen für den nahenden Herbst, sondern auch eine Erinnerung daran, wie tief die Natur mit den Rhythmen des Lebens verbunden ist.
Die Waben füllen die Bienen mit Futter, das ihnen als Nahrung in den langen Wintermonaten dienen wird. Gleichzeitig reduzieren sie ihre Brutaktivität, um Energie zu sparen und die Population an die kargere Zeit anzupassen. Die Königin legt weniger Eier, und die Arbeiterin-nen verdichten ihre Reihen zu einem kompakten Volk, das sich gegenseitig wärmt. Selbst ihr Verhalten wird ruhiger, fast meditativ – als wüssten sie, dass die Stille des Winters bald Einkehr hält.
Diese Vorbereitungen sind nicht nur ein biologischer Prozess, sondern auch eine Metapher für uns Menschen. Die Natur lehrt uns, rechtzeitig Vorsorge zu treffen, uns zu bescheiden und im Einklang mit den Gegebenheiten zu leben. Die Bienen zeigen uns, wie wichtig es ist, Ressourcen zu sammeln, Gemeinschaft zu pflegen und sich auf Zeiten des Rückzugs einzustellen.
Wenn wir im September die ersten kühleren Tage spüren, können wir uns daran erinnern: Die Natur bereitet sich vor, und auch wir dürfen lernen, achtsam mit den Zyklen des Lebens umzugehen. Vielleicht ist es kein Zufall, dass gerade jetzt, wenn die Tage kürzer werden, die Stille uns einlädt, innezuhalten und uns auf das Wesentliche zu besinnen. Die Bienen summen es uns vor – der Winter kommt, und mit ihm die Zeit der Besinnung.
Rolf Klopfenstein, Pfarrer Rapperswil-Wengi
Vor gut 10 Jahren bin ich auf Bienenhaltung aufmerksam geworden und seither halte ich einige Völker. Imkern ist ein teures und aufwändiges Hobby, insbesondere da ich die Völker nicht auf Honigproduktion optimiere. Aber ich kann mir ein Leben ohne nicht mehr vorstellen. Die Abläufe im Bienenvolk sind hochkomplex und bringen mich immer wieder zum Staunen. Angesichts der Tatsache, dass Bienen seit 120 Millionen Jahren auf der Erde leben, komme ich mir klein und unwichtig vor. Der liebste Monat beim Imkern ist mir der September.
Die Natur bereitet sich leise und weise auf den Winter vor – und auch die Bienenvölker spüren diese Veränderungen längst. Während wir Menschen noch in der Wärme des Spätsommers verweilen, beginnen die Bienen bereits mit den Vorbereitungen auf die kalte Jahreszeit. Ihr fleissiges Treiben ist nicht nur ein Zeichen für den nahenden Herbst, sondern auch eine Erinnerung daran, wie tief die Natur mit den Rhythmen des Lebens verbunden ist.
Die Waben füllen die Bienen mit Futter, das ihnen als Nahrung in den langen Wintermonaten dienen wird. Gleichzeitig reduzieren sie ihre Brutaktivität, um Energie zu sparen und die Population an die kargere Zeit anzupassen. Die Königin legt weniger Eier, und die Arbeiterin-nen verdichten ihre Reihen zu einem kompakten Volk, das sich gegenseitig wärmt. Selbst ihr Verhalten wird ruhiger, fast meditativ – als wüssten sie, dass die Stille des Winters bald Einkehr hält.
Diese Vorbereitungen sind nicht nur ein biologischer Prozess, sondern auch eine Metapher für uns Menschen. Die Natur lehrt uns, rechtzeitig Vorsorge zu treffen, uns zu bescheiden und im Einklang mit den Gegebenheiten zu leben. Die Bienen zeigen uns, wie wichtig es ist, Ressourcen zu sammeln, Gemeinschaft zu pflegen und sich auf Zeiten des Rückzugs einzustellen.
Wenn wir im September die ersten kühleren Tage spüren, können wir uns daran erinnern: Die Natur bereitet sich vor, und auch wir dürfen lernen, achtsam mit den Zyklen des Lebens umzugehen. Vielleicht ist es kein Zufall, dass gerade jetzt, wenn die Tage kürzer werden, die Stille uns einlädt, innezuhalten und uns auf das Wesentliche zu besinnen. Die Bienen summen es uns vor – der Winter kommt, und mit ihm die Zeit der Besinnung.
Rolf Klopfenstein, Pfarrer Rapperswil-Wengi
