Monatsgedanke September 2025

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Farbige Tage, Monate und der besondere September
Seit ich ein Kind bin, stelle ich mir die Tage der Woche in Farben vor: Der Montag ist hellgrün, der Dienstag dunkelviolett (heute würde man sagen «aubergine»), der Mittwoch dunkelgrün, der Donnerstag hellblau, der Freitag sonnenblumengelb, der Samstag schwarz und der Sonntag weiss.



Am liebsten mag ich den Freitag – das war schon immer so. Der Freitag gehört zwar noch zur Arbeitswoche, aber das Wochenende ist nah. An diesem Tag kann man die letzten Aufgaben mit grosser Lust erledigen, im Wissen, dass der Samstag kommt und die freie Zeit beginnt.

Auch bei den Monaten gibt es solche Übergänge. Manche lassen sich nicht so klar einer Jahreszeit zuordnen: Der Juni, Juli und August sind eindeutig Sommermonate, Januar und Februar stehen für Schnee und Skifahren. Doch wie ist es mit dem Mai oder dem November? Sie liegen irgendwo dazwischen – nicht mehr ganz Frühling oder Herbst, aber auch noch nicht Winter oder Sommer.

Besonders mag ich den September. Er ist ein Monat der Widersprüche: Er trägt die Wärme des Sommers noch in sich, während die ersten kühlen Morgenluftströmungen uns den Herbst erahnen lassen. Die Natur beginnt sich zu verfärben, die Tage werden kürzer, und doch liegt in dieser Veränderung eine besondere Schönheit. Es ist, als würde die Welt uns einladen, innezuhalten und uns auf das Wesentliche zu besinnen.

Für viele von uns ist der September ein Monat der neuen Anfänge. Kinder gehen wieder zur Schule, Studierende starten ins neue Semester, und auch im Berufsleben nehmen nach der Sommerpause Projekte wieder Fahrt auf. Diese Zeit des Übergangs kann uns inspirieren, Bilanz zu ziehen: Was möchte ich aus dem vergangenen Sommer mitnehmen? Welche Ziele oder Vorhaben möchte ich im Herbst angehen? Der September erinnert uns daran, dass Veränderung nicht bedrohlich sein muss, sondern Raum für Wachstum bietet.

Und natürlich hat auch der September die kleinen Dinge, an denen wir uns erfreuen können: die ersten Tage unter einem stahlblauen Himmel, Laub, das gelb wird, reiches Herbstlicht oder erste Nebelschwaden. Vielleicht ist es gerade jetzt, im Übergang, wo wir lernen, loszulassen und uns auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt.

Frage an dich: Was möchtest du in diesem September bewusst angehen oder geniessen? Gibt es etwas, das du loslassen möchtest, um Platz für Neues zu schaffen?

Ich wünsche dir einen September, der dir Zeit für Reflexion und Freude an den kleinen Momenten schenkt.

Pfarrer Rolf Klopfenstein, Rapperswil-Wengi